Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs
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Berichte
15.12.2020, 15:54 Uhr | G. Kranz
Zugang zu innovativen Krebstherapien durch Biomarker-Tests
Schreiben des Bundesverbandes Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. an Frau Karin Haag MDB


Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. fordert die Vergütung von Biomarker-Tests in Krankenhäusern durch die Krankenkassen

Der Fortschritt in der Onkologie hat es ermöglicht, Patientinnen und Patienten, die an Krebs erkrankt sind, mit innovativen onkologischen Arzneimitteln zielgerichtet zu behandeln. Biomarker-Tests können die spezifische Genveränderung identifizieren, die für das Tumorwachstum verantwortlich ist. Für einige dieser Genveränderungen stehen bereits Arzneimitteltherapien zur Verfügung.Die Biomarker-Tests stellen eine zwingende Voraussetzung dar, um diese innova1ven Arzneimittel als Therapie zu verordnen.

Mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) hat der Gesetzgeber eine zentrale Lücke in der ambulanten Versorgung geschlossen. Mit Einführung eines neuen Arzneimittels, das eine Biomarker-Testung voraussetzt, ist auch eine EBM-Ziffer zur Abrechnung dieser Testung zu schaffen.

In der stationären Versorgung fehlt eine solche Regelung. Dort ist die Testung mit der bestehenden DRG abgegolten. Diese ist jedoch nicht kostendeckend. Durch die unzureichende Vergütung entsteht ein Fehlanreiz bei Kliniken, Therapien einzusetzen, für die es keine Tests braucht. Alternativ werden Patientinnen und Patienten in den ambulanten Sektor verschoben, wo sie dann eine Testung erhalten. 

Siehe auch:  Positionspapier der DKG u.a. „Testung in der Onkologie Forderungen von Patientenverbänden und ärztlichen Fachgesellschaien für die regelhafte Erstattung therapienotwendiger Biomarkeruntersuchungen im Krankenhausbereich“ vom Juli 2020